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Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Autor
Wagner, Jan Costin

Sakari lernt, durch Wände zu gehen

Untertitel
Ein Kimmo-Joentaa-Roman
Beschreibung

Den Mond vermessen, durch Wände gehen, im Sonnensee schwimmen, den Raum betreten, in dem das Meer zu Hause ist: ziemlich ungewöhnlich für einen Kriminalroman? Bei Jan Costin Wagner nicht. In Kimmo Joentaas neuem Fall ermittelt der Kommissar zusammen mit dem Polizisten Petri Grönholm in einem Tötungsdelikt, das Petri begangen hat. Auf dem Marktplatz von Turku hat er einen nackten Mann erschossen, der sich mit einem Messer im Brunnen Wunden an Händen und Armen zufügte. Petri kann den Hergang der Tat nicht rekonstruieren.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Galiani Berlin, 2017
ISBN/EAN
978-3-86971-018-1
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Jan Costin Wagner, Jahrgang 1972, lebt als Schriftsteller und Musiker bei Frankfurt am Main. Aktuell arbeitet er am Songwriter-Album thief of a moon. Seine hochgelobten Kriminalromane um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa wurden vielfach ausgezeichnet (u. a. Deutscher Krimipreis, Nominierung zum Los Angeles Times Book Prize) und in 14 Sprachen übersetzt. Das Schweigen wurde fürs Kino verfilmt. Zuletzt erschienen Tage des letzten Schnees (2014) und Sonnenspiegelung (2015).

Zum Buch:

Den Mond vermessen, durch Wände gehen, im Sonnensee schwimmen, den Raum betreten, in dem das Meer zu Hause ist: ziemlich ungewöhnlich für einen Kriminalroman? Bei Jan Costin Wagner nicht. In Kimmo Joentaas neuem Fall ermittelt der Kommissar zusammen mit dem Polizisten Petri Grönholm in einem Tötungsdelikt, das Petri begangen hat. Auf dem Marktplatz von Turku hat er einen nackten Mann erschossen, der sich mit einem Messer im Brunnen Wunden an Händen und Armen zufügte. Petri kann den Hergang der Tat nicht rekonstruieren.

Der Weg zum Verständnis des eigenen Handelns muss über das Opfer führen, glaubt Petri, und will alles über den Toten Sakari Ekman herausfinden. Der 19-Jährige hat in einer Tagesförderstätte in einem Appartement gelebt; er nannte sein Zuhause „Wolken-WG“. Die Spuren von Sakaris Vergangenheit führen in das hellblaue Holzhaus seiner Eltern, in dem nach einem schrecklichen Ereignis vor vier Jahren kein Platz mehr für den Jungen war. Als Joentaa und Petri Familie Ekman besuchen, bricht bei den Nachbarn ein Feuer aus, und die Polizisten riskieren ihr Leben, um die Bewohner zu retten. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Unglücksfällen?
Kimmo Joentaa will die Menschen hinter den Ereignissen verstehen. Nach Abschluss der Ermittlungen ist er in der Lage, die meisten Fragen zu beantworten. Aber das wichtigste Rätsel bleibt auch für ihn ungelöst: Wie kann man weiterleben, nachdem das unvorstellbar Schlimmste geschehen ist?

Am Ende des Buches möchte man zum Anfang zurückkehren. Das liegt zum einen an der Figur des Kommissars: Er ist ein großer Sympathieträger. Kimmo verehrt Columbo, Konventionen sind ihm völlig egal. Die poetische Sprache der Joentaa-Romane spiegelt das tiefe Bedürfnis des Kommissars, alles mit anderen Augen zu sehen, neu zu durchleuchten, in seinem verborgenen Sinn zu erfassen.
Übrigens: Wer neben dem Schriftsteller auch den Musiker Wagner kennenlernen will – im November erscheint seine neue CD in Zusammenarbeit mit Stefan Scheid. „thief of a moon“ ist laut Wagner der Soundtrack zu diesem Buch. Zwei Stücke daraus sind schon auf Youtube zu hören: „in a twinkling of an eye“ und „your sky“.

Susanne Rikl, München