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Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung

Autor
Conradi, Arnulf

Zen und die Kunst der Vogelbeobachtung

Beschreibung

Der Anblick eines schwerelos schwebenden Vogels – sei es eine Möwe, ein Adler oder ein Albatros – hebt den Menschen aus der Zeit, inspiriert Dichter und Erzähler und lässt die Menschheit noch heute von dieser Art zu fliegen träumen. Arnulf Conradi beobachtet Vögel seit seiner Kieler Kindheit und hat in diesem Buch die Ruhe, Konzentration und Schönheit eingefangen, durch die die Kunst der Vogelbeobachtung der Meditation gleichkommt.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Verlag Antje Kunstmann, 2019
Seiten
240
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-95614-289-5
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Seit er im achten Lebensjahr ein kleines Fernglas geschenkt bekam, hat Arnulf Conradi Vögel beobachtet. Diese Leidenschaft hat ihn durch sein Leben begleitet. Er studierte in Kiel und Berlin, arbeitete als Lektor und Geschäftsführer bei claassen und bei den Fischer-Verlagen, gründete den Berlin Verlag. Danach arbeitete er als kultureller Berater im Kanzleramt und bei der American Academy in Berlin. 2009 gab er in der Anderen Bibliothek das große Werk des bedeutendsten deutschen Ornithologen, Johann Friedrich Naumann, heraus: Die Vögel Mitteleuropas. Conradi lebt in Berlin und in der Uckermark.

Zum Buch:

Der Anblick eines schwerelos schwebenden Vogels – sei es eine Möwe, ein Adler oder ein Albatros – hebt den Menschen aus der Zeit, inspiriert Dichter und Erzähler und lässt die Menschheit noch heute von dieser Art zu fliegen träumen. Arnulf Conradi beobachtet Vögel seit seiner Kieler Kindheit und hat in diesem Buch die Ruhe, Konzentration und Schönheit eingefangen, durch die die Kunst der Vogelbeobachtung der Meditation gleichkommt.

Selbst an grauen Tagen, wenn es leise regnet, lohnt sich ein Spaziergang durch den Wald: Ohren und Augen sind scharf gestellt, das Geräusch der feinen Tropfen auf den jungen Buchenblättern, die Kraft, die aus dem sonoren Klopfen des Spechts spricht – jegliche Form der Wahrnehmung ist vertieft. Und das Innehalten, die natürliche Besinnung im Stehenbleiben und Lauschen und Schauen wirkt wie eine Meditation, die vom Geschwätz der Gedanken zum Gestern und Morgen ablenkt und das Bewusstsein im Moment verankert.

Durch verschiedenste Landschaften und Jahreszeiten nimmt uns der Autor mit auf seine Ausflüge: zu den Sylter Dünen, auf die Klippen Helgolands zur Beobachtung des Lummensprungs im Juni, an einen winterverschneiten Bachlauf in den Alpen bei Balderschwang, zu den Seeufern in der Uckermark oder an die Peene. All diese Spaziergänge sind für kleine Überraschungen gut, ob sie sich im Beobachteten auftun, in Erinnerungen, die von Balderschwang auch nach Südafrika führen können, in lyrischen Assoziationen wie den Haikus des großen japanischen Dichters Bashō oder in Bemerkungen bekannter Vogelkundler – Exkurse, die ganz in Ruhe in den langsam voranschreitenden Gang der einzelnen Kapitel eingewebt werden.

Genau das ist es, was die Lektüre so beruhigend und erfreulich macht. Man taucht mit Conradi in eine andere Welt ein, in die Welt der Natur, die es wert ist, von uns allen geschützt zu werden. Denn sie öffnet Herz und Sinne und befreit uns von dem immerwährenden gesellschaftlichen Filter, den wir schon gar nicht mehr wahrnehmen, der aber unser Denken, Handeln und inzwischen auch unser Fühlen mitbestimmt. Dieses Buch ist eine wahre Wohltat.

Susanne Rikl, München