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Töchter

Autor
Fricke, Lucy

Töchter

Untertitel
Roman
Beschreibung

Eigentlich wollte Betty nach Bellagra fahren und dort das Grab des „Posaunisten“ (be-) suchen. Der war für Betty der einzige unter den Männern im Leben ihrer Mutter, an den sie ihr Herz gehängt hatte und der für sie so etwas wie ein Vater war. Aber dann kam der Anruf ihrer Freundin Martha: Deren Vater, der in ihrem Leben meist abwesend, aber nun todkrank war, von ihr in die Schweiz gefahren werden möchte, um dort sein Leben selbstbestimmt zu beenden. Martha empfindet das als Zumutung, kann aber auch nicht nein sagen. Und so machen sich die beiden Frauen auf eine Reise zu ihren Vätern.

Lucy Fricke hat einen Roman über die Schwierigkeiten geschrieben, Töchter zu sein, unterhaltsam und klug, voll Wut und Trauer, verzweifeltem Humor und bissigem Sarkasmus, klarsichtig und hinreißend komisch.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Rowohlt Verlag, 2018
Seiten
235
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-498-02007-1
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Lucy Fricke, geb. 1974 in Hamburg, gewann 2005 den Berliner ‘Open Mike’, 2007 erschien ihr Debüt ‘Durst ist schlimmer als Heimweh’. Nur wenige Wochen nach der Katastrophe von Fukushima trat sie ein mehrmonatiges Stipendium des Goethe-Instituts in Kyoto an. Seit 2010 veranstaltet Lucy Fricke HAM.LIT, das erste Hamburger Festival für junge Literatur und Musik. Sie lebt in Berlin.

Zum Buch:

Betty und Martha, Freundinnen seit zwanzig Jahren, beide Kinder von Eltern der Generation, der Selbstverwirklichung zumeist über Verantwortung ging. Zwei Frauen, knapp über Vierzig, denen das Leben davon läuft. Martha hat endlich den Mann gefunden, mit dem sie ein Kind will, auch um den Preis, medizinisch nachhelfen zu müssen. Betty, eine der vielen prekären Existenzen in Berlin, schlingert durch befristete Jobs, unverbindliche Affären und hat sich langsam an ihre Depression und die Pillen dagegen gewöhnt. Ihre Wohnung finanziert sie durch Untervermietung. Sie selbst fährt dann irgendwohin, wo es billiger ist. Was in jungen Jahren cool war, beginnt zunehmend zu bröckeln, die latente Panik wird mit Sarkasmus überdeckt.

Eigentlich war Betty auf dem Weg von Rom nach Bellagra,um dort das Grab des „Posaunisten“ zu suchen. Der war für Betty der einzige unter den Männern im Leben ihrer Mutter, an den sie ihr Herz gehängt hatte und der für sie so etwas wie ein Vater war. Aber dann kam der Anruf ihrer Freundin Martha: Deren Vater, der in ihrem Leben meist abwesend, aber nun todkrank war, von ihr in die Schweiz gefahren werden möchte, um dort sein Leben selbstbestimmt zu beenden. Martha empfindet das als Zumutung, kann aber auch nicht nein sagen. So machen sich die beiden Frauen auf eine Reise zu ihren Vätern; in die Schweiz, nach Italien und zum Schluss nach Griechenland. In die Vergangenheit, bis ans Ende des Lebens und darüber hinaus.

Lucy Fricke hat einen Roman über die Schwierigkeiten geschrieben, Tochter zu sein, lebensklug, voll Wut und Trauer, verzweifeltem Humor und bissigem Sarkasmus, klarsichtig, hinreißend komisch – und äußerst unterhaltsam.

Ruth Roebke, Bochum